“Ich muss es ihnen sagen, sonst geht er drauf!” – Radu mehrere Tage betrunken? | Die Spreewaldklinik
In der neuesten dramatischen Zuspitzung von Die Spreewaldklinik entlädt sich ein medizinisches wie emotionales Pulverfass: Ein unerwarteter Kollaps, ein rätselhaftes Vergiftungsszenario und eine gefährliche Vertuschung bringen nicht nur Patienten, sondern auch das gesamte Ärzteteam an den Rand des Kontrollverlusts. Es ist eine Episode, die zeigt, wie dünn die Linie zwischen professioneller Routine und lebensbedrohlicher Eskalation in einem Krankenhaus tatsächlich ist.
Was als vermeintlich banaler Notfall beginnt, entpuppt sich als hochgefährliche Situation. Radu, eigentlich bekannt dafür, harte Tage mit Humor und einer robusten Gesundheit wegzustecken, bricht plötzlich zusammen. Schwindel, Atemnot, Sehstörungen – Symptome, die zunächst an einen übermäßigen Alkoholkonsum erinnern. Doch schnell wird klar: Das ist kein normaler Kater, kein ausgelassener Abend, kein übertriebenes Feiern. Etwas stimmt hier nicht. Und es stimmt gewaltig nicht.
Lea, als erste Ärztin am Patienten, erkennt sofort, dass die Beschwerden zu heftig, zu spät und zu untypisch für eine simple Alkoholvergiftung sind. Die Fahne mag zu passen, die Symptome jedoch nicht. Während sie Routinechecks einleitet, ahnt niemand im Team, wie nahe Radu bereits an einer Katastrophe steht. Erst als die Blutgasanalyse eine schwere metabolische Azidose zeigt, wird die Wahrheit unübersehbar: Hier handelt es sich nicht um Ethanol – sondern um eine potenziell tödliche Methanolvergiftung.
Methanol. Ein Stoff, der in kleinen Mengen kaum als Alkohol erkannt wird, aber im Körper eine verhängnisvolle Kettenreaktion auslöst. Blindheit, Organschäden, Koma, Tod – innerhalb kürzester Zeit. Radu schwebt in Lebensgefahr, und jede verschwendete Minute könnte irreversible Folgen haben.

Doch während das Ärzteteam fieberhaft nach der Ursache sucht, kämpft jemand im Hintergrund gegen eine ganz andere Art Druck: Nico. Sichtbar übermüdet, fahrig, nicht bei der Sache – und plötzlich in einem Netz aus Lügen gefangen, das sie nie beabsichtigt hatte zu spinnen. Ihre Unpünktlichkeit, ihr eigenartiges Verhalten, ihre Ausreden: Es war nicht nur emotionaler Stress, sondern auch die Angst, Verantwortung für etwas zu übernehmen, das sie nicht mehr ungeschehen machen kann.
Denn Nico war dabei. Sie weiß, was Radu getrunken hat. Und sie weiß, dass die Flasche, aus der er sich bedient hat, vielleicht – nur vielleicht – genau die falsche war. Ein Produkt mit Methanol-Vorlauf, ein Abfallprodukt der Destillation, hochgiftig und niemals für den Konsum gedacht. Ein fataler Zufall? Ein Moment der Unachtsamkeit? Oder etwas, das sie hätte verhindern können?
Als ihr bewusst wird, dass Radus Zustand nicht nur ernst, sondern lebensgefährlich ist, bricht die Schutzmauer. Die Angst, ihren Job zu verlieren, die Angst vor Konsequenzen, die Angst davor, dass man ihr die Schuld gibt – all das verblasst im Angesicht der Möglichkeit, dass ein Mensch sterben könnte. Ihr verzweifelter Satz „Ich muss es ihnen sagen, sonst geht er drauf!“ ist nicht nur ein Geständnis, sondern ein dramatischer Wendepunkt der Folge.
Während das Ärzteteam den medizinischen Wettlauf gegen die Zeit aufnimmt, wird klar, wie wichtig ihr Eingeständnis war. Nur durch die korrekte Diagnose kann das Antidot Fomepizol verabreicht werden – ein Medikament, das den Giftstoff daran hindert, sich in seine tödlichen Metaboliten umzuwandeln. Paradoxerweise bedeutet das: Radu wird nun mehrere Tage lang „kontrolliert betrunken“ gehalten, mit medizinisch reinem Ethanol, um den Stoffwechsel zu blockieren.