Viola Wedekind: „Es ist toll, wenn man eine Figur gemeinsam entwickeln kann!“

Seit dem 19. Dezember 2025 (Folge 7774) ist Viola Wedekind als Dana Gülek bei „Unter uns“ zu sehen. Dana ist die Ex von Ferhat Gülek und nistet sich in der Schillerallee ein. Scheinbar hat sie noch nicht mit dem Ehe-Aus mit Ferhat abgeschlossen. Doch hat sie wirklich noch Interesse an ihrem Ex oder will sie etwas von Benedikt Huber (Jens Hajek)? Wir haben mit Viola Wedekind über ihre Rolle gesprochen…

Viola, du spielst seit einigen Wochen Dana Gülek. Musstest du lange überlegen, als du das Rollenangebot bekommen hast?
Viola Wedekind: 
Nein, ich musste nicht lange überlegen. Ich habe es mir gewünscht. Ich habe die Anfrage bekommen, dann gab es ein E-Casting, anschließend ein Live-Casting. Der gesamte Prozess hat sich über einige Wochen hingezogen und ich habe immer wieder mit Sven (Sven Waasner ist der Partner von Viola Wedekind und war bereits auch als René Sturm bei „Unter uns“ zu sehen, Anm. d. Redaktion) drüber gesprochen, dass ich gerne wieder eine durchgehende Rolle in einer Serie übernehmen würde. Wieder mit Leuten länger zusammenarbeiten, die man dann auch fast jeden Tag sieht. Zudem ist es toll, wenn man eine Figur gemeinsam entwickeln kann. Mit der Zeit wächst auch das Familiengefühl. Ich habe das während meiner Zeit bei „Sturm der Liebe“ sehr genossen und es hat mir danach gefehlt. In der letzten Zeit war ich hauptsächlich als Coach und psychologische Beraterin tätig und das kann ich auch weiterhin tun, weil vieles online abläuft. Somit ist die Vereinbarkeit hier nicht das Problem. Ich habe mich allerdings auch ein wenig gefürchtet vor dem Angebot, weil es doch weit weg ist von München, meinem Zuhause und meiner Familie. Das ist der einzige Wermutstropfen an der Sache. Ansonsten stehe ich einfach wahnsinnig gerne vor der Kamera. Über 20 Jahre habe ich vorher hauptsächlich Theater gespielt, deshalb freue ich mich, jetzt wieder für längere Zeit zu drehen. Ich bin immer schnell wieder drin in dem jeweiligen Metier, das ist wie Fahrrad fahren. Hinzu kam, dass mich die Rollenbeschreibung, die man mir vor dem E-Casting geschickt hat, sehr angesprochen hat. Ich finde, das ist eine sehr vielschichtige, interessante und coole Rolle, mit der ich mich gut identifizieren kann, und die ich auch spannend finde. Auch die erste Castingsszene hat mich direkt angesprochen und ich hatte sofort ein sehr positives Gefühl. Man kann ja auch mal ein Angebot bekommen, bei dem man nicht direkt einen Zugang zu der Rolle findet. Das war in diesem Fall zum Glück anders…

Was verbindet dich persönlich mit deiner Rolle?
Viola: 
Mich verbinden ein paar Dinge mit Dana Gülek. Zunächst bin ich selbst Mutter. Ich denke, wenn man selbst Kinder hat, kann man gewisse Dinge besser nachvollziehen, warum eine Frau bzw. Mutter so handelt, wie sie handelt. Auch die Tatsache, dass ich schon verheiratet war und geschieden bin hilft sicherlich, um sich besser in die Figur und ihre Beweggründe hineinversetzen zu können, weil man genau weiß, welche Gefühle in solchen Prozessen ausgelöst werden. Oder das Thema Patchwork Familie: wenn man einen neuen Partner hat, der auch schon Kinder hat, und man irgendwie miteinander klarkommen will/muss. Das alles sind Erfahrungswerte, die ich hier nutzen kann. Ansonsten verbindet mich mit Dana, dass ich auch ein bisschen unkonventionell bin und denke. So sehe ich die Rolle zumindest bisher. Sie ist eine „Ich-AG“, heißt es von Autorenseite. Das heißt, sie ist eigenständig, macht ihr Ding, steht für sich ein und legt einen gesunden Egoismus an den Tag, was ich persönlich gar nicht schlecht finde. Man sollte immer auch auf sich selbst achten, dass es einem gut geht, dass man bei sich ist und dadurch genügend Kraft und Ressourcen zur Verfügung hat, um auch für andere da zu sein. Dazu gehört, dass man sich ausreichend um seine psychische Gesundheit kümmert, genug schläft und ausruht, viel lacht, auf die Work-Life-Balance achtet, genügend soziale Kontakte pflegt, Spaß am Leben hat, ausreichend an der frischen Luft ist und auch mal seinen eigenen Gedanken nachhängt und dabei Träume und Wünsche zulässt. (Das heißt bei weitem nicht, dass das bei mir alles nach Plan läuft, aber in der Theorie ist es mir zumindest klar.) „Ego Hygiene“ finde ich ein schönes Wort, das darauf abzielt, auf seine eigenen Bedürfnisse zu achten. Wie gesagt, das kommt am Ende auch immer der Umwelt zugute. Dana ist also eine Person, die diese „Ego-Hygiene“ betreibt, und sie ist ehrgeizig in Bezug auf ihren Beruf. Diesen Ehrgeiz – oder hübscher formuliert – diese Leidenschaft für meinen Beruf habe ich auch, zwar nicht in der Hinsicht, dass ich mir selbst oder anderen noch etwas beweisen muss, aber den Drang, mein Bestes zu geben und mich immer weiter zu entwickeln. Sie hat das Gefühl, dass sie mit ihrem Job einer sinnvollen Tätigkeit nachgeht und einen Beitrag zur Gesellschaft leistet. So geht es mir auch, vor allem in meiner Tätigkeit als Coach, bei der ich die Möglichkeit habe, Leuten wirklich zu helfen, ihre Probleme zu erkennen und zu bearbeiten. Und als Schauspielerin hatte ich immer das Gefühl, gerade, als ich viele Komödien gespielt habe, dass es sinnvoll ist, einfach gute Unterhaltung zu machen, und die Leute nach einem gelungenen Abend mit einem Lächeln und einer gewissen Leichtigkeit nach Hause zu entlassen. Am Theater ist es ja so, dass man das direkte Feedback vom Publikum bekommt, und wenn man beim Applaus dann in lauter fröhliche Gesichter schaut, erfüllt einen das sehr. Ich hab es immer als großes Privileg empfunden, mein Geld mit etwas verdienen zu können, worauf ich richtig Lust habe, und mit dem ich auch noch das Gefühl habe, irgendwie etwas „Gutes“ zu tun. Die meisten Menschen arbeiten so viel und hart, und haben es verdient, abschalten zu können und sich zu entspannen. Um auf die Frage zurückzukommen: Dana und mich verbindet außerdem, dass wir uns nicht allein über das „Muttersein“ definieren, sondern auch über unseren Beruf.

Wie würdest du dich selbst in drei Worten beschreiben?
Viola: 
Glücklich, dankbar und zufrieden (zumindest nach 9 Uhr morgens)

Du lebst eigentlich in Bayern – nun musst du in Köln vor der Kamera stehen, wie funktioniert das?
Viola: 
Es funktioniert genauso lange, wie die Bahn hin- und herfährt, würde ich sagen.

Interview: offizieller „Unter uns“-Fanclub
Fotos: RTL/Sebastian Meyer/Kai Schulz