Im Jahr 2025 wurden bereits 47.907 Minuten auf diese Weise ausgestrahlt: Jetzt schreibt der ARD-Sender MDR auch noch mit der Kult-Serie “In aller Freundschaft” TV-Geschichte
Aktuell lässt die Barrierefreiheit im TV zu wünschen übrig, denn häufig funktionieren Untertitel bei Lanz und Co. mehr schlecht als recht. Der MDR will nun aber Fernsehgeschichte schreiben: Eine Kultserie bekommt ein ganz besondere Version spendiert.

Obwohl das Fernsehen wahrlich kein junges Medium mehr ist, kann teils mit Schrecken beobachtet werden, wie unzureichend das Programmangebot für gehörlose Menschen aufbereitet wird. Oft wirken die Untertitel notdürftig zusammengeschustert, sind unvollständig und machen es Betroffenen teils sogar extrem schwer, beliebte Formate wie „Markus Lanz“ barrierefrei zu genießen.
Eine Kultserie will jetzt aber zeigen, dass es auch anders geht: Der MDR wird „In aller Freundschaft“ in einer barrierefreien Version mit Deutscher Gebärdensprache (DGS) anbieten.
Der MDR schreibt TV-Geschichte: “In aller Freundschaft” wird vollständig barrierefrei
In der ARD gibt es bisher die Krimi-Filmreihen „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ in einer vollständig barrierefreien Version, doch wie der MDR nun verkündete, soll mit „In aller Freundschaft“ die erste fiktionale Serie im deutschen Fernsehen denselben Grad an Zugänglichkeit erhalten. Vollständige Barrierefreiheit bedeutet: Für die neuen Folgen werden Untertitel, eine Audiodeskriptionsfassung und eine Variante mit Deutscher Gebärdensprache (DSG) angeboten.
Mit dem Start der 29. Staffel, welche ab dem 17. März in der ARD-Mediathek und an dem 24. März im Ersten startet, wird die vollständige Barrierefreiheit bei „In aller Freundschaft“ eingeführt.
800 Stunden sind bereits barrierefrei, doch der MDR ist längst nicht zufrieden
Wie der MDR offenlegt, sind bisher vor allem nichtfiktionale Produktionen des Senders barrierefrei verfügbar: Die Abendausgabe von „MDR Aktuell“ und das Magazin „MDR Garten“ werden bereits mit Gebärdensprache angeboten. Aber auch die beliebten Märchenadaptionen des Senders erhalten schon jetzt diesen hohen Grad an Zugänglichkeit.
Franka Bauer, MDR-Redakteurin für „In aller Freundschaft“, betont, dass Inklusion ein großes Anliegen der Produktion sei: „Uns ist wichtig, dass sich bei ‚In aller Freundschaft‘ die Wirklichkeit unserer Gesellschaft widerspiegelt. Barrierefreiheit als Kernauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ermöglicht Teilhabe und macht Vielfalt sichtbar.“
Laut MDR-Angaben seien 2025 so bereits 47.907 Sendeminuten mit Deutscher Gebärdensprache verfügbar gewesen, was knapp 800 Stunden Sendezeit entspreche. Da nun eine völlig neue Serie dazukommt, dürfte diese Zahl für das Jahr 2026 sogar noch deutlich höher ausfallen.
Während der MDR mit positiven Neuigkeiten auffährt, sieht es in der ARD eher mau aus. Mehrere Sender verschwinden aus dem Programm und mit ihnen einige kultige Serien:
Die ARD muss 3 TV-Sender schließen: Diese Serien fliegen dann aus dem Programm!