„In aller Freundschaft“: MDR trifft historische Entscheidung für Millionen Zuschauer

Dr. Roland Heilmann (Thomas Rühmann) und Dr. Lucia Böhm (Vanessa Rottenburg).
Für viele Zuschauer wird „In aller Freundschaft“ künftig verständlicher. © Rudolf Wernicke/MDR

Die 29. Staffel von „In aller Freundschaft“ bringt eine Neuerung, die sonst nur zwei andere ARD-Formate haben. Millionen Menschen profitieren davon.

Leipzig – Seit 1998 läuft „In aller Freundschaft“ im Ersten und hat schon die ein oder andere Änderung erlebt. Mit dem Start der 29. Staffel am 24. März kommt eine Neuerung, die über den Serienalltag hinausgeht: Der MDR stellt die Krankenhaus-Serie erstmals vollständig barrierefrei bereit – als erste wöchentliche Serie dieser Art im deutschen Fernsehen.

„In aller Freundschaft“ in der ARD: Serie läuft ab sofort mit Deutscher Gebärdensprache

Bislang standen für die Serie Untertitel und eine Fassung mit Audiodeskription zur Verfügung. Ab der neuen Staffel kommt eine Version mit Deutscher Gebärdensprache (DGS) hinzu. Damit schließt „In aller Freundschaft“ zu „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ auf – den einzigen anderen fiktionalen Formaten in der ARD, die bisher mit DGS-Fassung ausgestrahlt wurden.

Die neue Staffel startet bereits am 17. März in der ARD-Mediathek. Im Ersten läuft die erste Folge dann am 24. März um 21 Uhr. Für Fans der Serie ändert der Staffelwechsel wenig. Die Handlung läuft ohne Pause weiter: Fanliebling Roland Heilmann steht im März bei „In aller Freundschaft“ vor dem Schlimmsten.

„In aller Freundschaft“ wird barrierefrei: MDR will Angebot weiter ausbauen

Für den MDR ist die Erweiterung Teil einer längeren Strategie. 95 Prozent der Streamingangebote in der ARD-Mediathek sind bereits untertitelt. Täglich sendet der MDR rund sieben Stunden mit Audiodeskription. Im Jahr 2025 hat der Sender nach eigenen Angaben bereits 47.907 Sendeminuten mit Gebärdensprache ausgestattet – knapp 800 Stunden.

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Franka Bauer, verantwortliche Redakteurin für „In aller Freundschaft“ beim MDR, sieht in der DGS-Fassung mehr als ein technisches Upgrade:

Uns ist wichtig, dass sich bei ‚In aller Freundschaft‘ die Wirklichkeit unserer Gesellschaft widerspiegelt. Barrierefreiheit als Kernauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ermöglicht Teilhabe und macht Vielfalt sichtbar.

„In aller Freundschaft“: Serie mit 26 Jahren Laufzeit und Millionenpublikum

„In aller Freundschaft“ gehört zu den langlebigsten deutschen TV-Produktionen. Seit dem Start 1998 erzählt die Serie vom Arbeitsalltag in der fiktiven Sachsenklinik in Leipzig. Gedreht wird seit über 20 Jahren in der Media City Leipzig, direkt neben dem MDR-Gelände.

Rund vier Millionen Menschen schauen die Serie wöchentlich. Mit der vollständigen Barrierefreiheit könnte diese Zahl weiter wachsen – zumindest für jene, denen der Zugang bisher fehlte.