GELASSENHEIT ALS ERFOLGSREZEPT! Hans Sigl über Balance, große Ziele, Golf-Leidenschaft und seine Zukunft als Bergdoktor
Das vergangene Jahr sei für Hans Sigl, 56, ein großartiges gewesen – mit vielen tollen Begegnungen, „sowohl beruflich als auch privat“, erzählt der Schauspieler, als wir ihn Mitte Dezember in Berlin zum Interview treffen. 2025 habe ihn wieder ein Stück weit ausgeglichener gemacht. „Gelassenheit und gute Planung sind die halbe Miete, besonders wenn viel zu tun ist.“ Und der Österreicher hat ordentlich zu tun: Acht neue Folgen der ZDF-Serie „Der Bergdoktor“ hat er 2025 abgedreht, dazu kamen seine vorweihnachtliche Tour, Live-Moderationen wie die „Romy“-Preisverleihung, die „Starnächte…“ mit Barbara Schöneberger sowie sein Talkformat aus dem eigenen Studio. Kein Wunder, dass auch im letzten Jahr wieder nichts aus dem geplanten Italienischkurs wurde.
Gelassenheit und gute Planung sind die halbe Miete!

Herr Sigl, wenn Sie auf 2025 zurückblicken, was nehmen Sie mit aus dem letzten Jahr?
Was ich immer mitnehme, sind persönliche Erfahrungen. Ich denke, ich bin wieder ein Stück gelassener geworden und habe gelernt, bei mir zu bleiben. Gelassenheit und gute Planung sind wichtig, besonders wenn viel zu tun ist. Das hat sich mit meiner aktuellen Tour gezeigt, denn gute Planung ist die halbe Miete. Dieses Jahr hatte ich viele tolle Begegnungen, sowohl beruflich als auch privat – insgesamt war es ein großartiges Jahr.
Haben Sie irgendwas neu gelernt in 2025?
Ich habe meinen Italienischkurs wieder nicht angefangen, den schiebe ich seit Jahren von mir her. Neugelernt habe ich nichts, ich habe bestehende Fähigkeiten verfeinert…
Haben Sie sich für 2026 etwas vorgenommen?
Ich habe vor, einen Italienischkurs anzufangen (lacht). Mal sehen, ob es in 2026 klappt… Ansonsten bin ich kein Typ für Vorsätze, setzte mir lieber Ziele. Das erlaubt es mir, Fortschritte zu machen, selbst wenn ich das endgültige Ziel nicht ganz erreiche. Vorsätze sind oft ultimativ und werden deshalb häufig gebrochen, weil man sich zu viel vornimmt. Daher habe ich mir nichts Konkretes vorgenommen.
Ich gehe mal davon aus, dass Ihnen am Set viel abgenommen wird, Sie werden abgeholt…
Nein, ich fahre jeden Tag selbst. Denn ich kenne die Drehorte und die Wege, und meist fahre ich nach dem Dreh noch auf den Golfplatz oder woanders hin.
Und wann merken Sie, dass Sie wieder zu Hause sind? Beim Müll raustragen?
Nein, das mache ich sonst auch, gepampert werde ich nicht so extrem. Sicherlich kocht mir mein Team mal einen Cappuccino mit oder stellt mir morgens zwei Liter Ingwerwasser bin. Es gibt emotionale Zuwendung, vor allem von unseren Damen von der Garderobe, die muss ich immer löblich erwähnen. Ohne Frau Koop, Chefgarderobiere am Set, wäre ich nichts – das möchte sie gern mal lesen. J Insgesamt ist es aber immer ein Geben und Nehmen. Sie bekommen dafür im Gegenzug sehr viel gute Laune.
Wenn Sie von jungen Kollegen konkret angesprochen und um einen Karriere-Ratschlag, gebeten werden, was raten Sie?
Ich teile gerne meine Einschätzung, wenn mich jemand fragt. Ich mache das schon
eine Weile und habe eine gewisse Expertise in Bezug auf Ideen und Entwicklungsmöglichkeiten von Kollegen. Was ich bei vielen jungen Kollegen nicht verstehe, ist, dass sie die Möglichkeiten von Instagram nicht nutzen, um sich besser zu präsentieren. Das ist eine gute Plattform für Reichweite und Sichtbarkeit. Früher brauchte man eine Homepage, dann Facebook, und jetzt ist Instagram wichtig. Ich fühle mich manchmal wie ein Boomer, der den jüngeren Generationen erklärt, dass sie ihre Reichweite über Instagram ausbauen sollten. Ich gebe gerne Rat und ermutige sie dazu.
Ich spreche gern mit Leuten, kann gut zuhören.
Hans Sigl
Welche Ziele haben Sie denn?
Eines meiner Ziele ist, mein Golfspiel zu verbessern. Ich bin ein begeisterter, nerdiger Golfer und nehme diesen Sport sehr ernst – es ist mein absolutes Hobby. Ich habe mich sukzessive verbessert, und mein Handicap, das beim Golfspiel eine wichtige Kennzahl darstellt, möchte ich dieses Jahr unter zehn bringen. Das ist ein messbares Ziel.
Vermissen Sie das Miteinander?
Tun wir das nicht alle irgendwie? Besonders an Weihnachten spürt man, dass das Sentiment die Menschen zusammenbringt, obwohl sie vielleicht noch nicht bereit füreinander sind. Interessanterweise werden zu Weihnachten scheinbar mehr Psychopharmaka verschrieben als im Rest des Jahres, und das liegt wohl daran, dass viele Menschen offensichtlich Angst haben, dem emotionalen Druck nicht standzuhalten. Ich finde, das Miteinander wird oft auf die Digitalisierung verlagert. Man hat das falsche Gefühl miteinander verbunden zu sein, besonders wenn man auf Instagram sieht, was andere posten. Es entsteht der Eindruck, man kennt sich, obwohl das natürlich nicht stimmt.
Echte Nähe herzustellen, fällt uns zunehmend schwerer, selbst wenn wir neue Kollegen kennenlernen und uns über ihre sozialen Medien informieren. In meinen Lesungen geht es darum, sich wieder mehr auf das Wording zu konzentrieren und darauf zu achten, wie man miteinander spricht. Achtsamkeit allein reicht nicht mehr, es braucht liebevolle Achtsamkeit. Es ist legitim, mit bestimmten Menschen nicht sprechen zu wollen, aber wenn man in den Austausch geht, sollte man sorgfältig mit seinen Worten umgehen. Sprache ist sehr wichtig und geht in der digitalen Kommunikation oft verloren. Ich bin Schirmherr der Stiftung „Insel“ im Taunus, die in Grundschulen sprachschwache Kinder unterstützt, um ihre Kommunikation und den Zugang zur Sprache zu fördern.