HERZERINNERUNGEN! „Bergdoktor“-Star Monika Baumgartner: Wie sie Weihnachten in München als Kind erlebte

Wenn Monika Baumgartner spricht, hört man nicht nur der Schauspielerin zu, sondern einer Frau, die fest im Leben verwurzelt ist. In der AZ gibt die Volksschauspielerin einen selten intimen Einblick in ihre Gedanken zur Adventszeit – zwischen Trubel und Stille, öffentlichem Lichterzauber und ganz persönlichen Ritualen. Für viele Fans von Der Bergdoktor, in dem Baumgartner seit Jahren als Lisbeth Gruber eine tragende Rolle spielt, wirken ihre Worte besonders authentisch. Denn genau diese Bodenständigkeit ist es, die sie sowohl auf dem Bildschirm als auch im echten Leben auszeichnet.

Die Adventszeit beschreibt Monika Baumgartner als einen bewussten Spagat. Einerseits liebt sie den lebendigen Trubel, das Stimmengewirr, die festlich geschmückten Straßen und den Zauber, der sich vor allem rund um den Münchner Marienplatz entfaltet. Andererseits betont sie, wie wichtig ihr die leisen Momente sind – jene Augenblicke, in denen man innehält, reflektiert und zur Ruhe kommt. Gerade dieser Kontrast mache für sie den Reiz der Vorweihnachtszeit aus.

Der Marienplatz nimmt dabei eine besondere Rolle ein. Für Baumgartner ist er nicht nur ein zentraler Ort der Stadt, sondern ein emotionaler Anker. Wenn die Lichterketten funkeln, der Christbaum erstrahlt und sich Menschen aus allen Richtungen versammeln, spüre sie eine besondere Atmosphäre – eine Mischung aus Vorfreude, Nostalgie und Gemeinschaft. Es ist dieser kollektive Zauber, der sie jedes Jahr aufs Neue berührt. Nicht laut, nicht aufdringlich, sondern still wirkend.

Trotz aller öffentlichen Eindrücke bleibt Weihnachten für Monika Baumgartner vor allem ein familiäres Fest. Sie spricht offen darüber, wie wichtig ihr Rituale sind – nicht als starre Pflichten, sondern als verbindende Elemente. Gemeinsames Essen, vertraute Abläufe und kleine Gesten, die sich über Jahre etabliert haben, geben ihr Halt. Diese Rituale seien es, die auch in stressigen Zeiten Stabilität schenken und ein Gefühl von Zuhause erzeugen.

Auffällig ist, wie sehr ihre Haltung zur Adventszeit mit der Figur der Lisbeth Gruber harmoniert. In Der Bergdoktor verkörpert Baumgartner eine Frau, die für Werte wie Familie, Zusammenhalt und Tradition steht – manchmal streng, oft emotional, immer mit tiefem Verantwortungsgefühl. Im Interview wird deutlich: Diese Nähe zur Rolle ist kein Zufall. Vieles von dem, was Lisbeth ausmacht, spiegelt sich auch in Baumgartners eigener Lebensphilosophie wider.

Besinnlichkeit bedeutet für sie jedoch nicht Stillstand. Sie spricht ehrlich darüber, dass auch sie den Druck kennt, der sich in der Vorweihnachtszeit aufbaut – Termine, Erwartungen, Verpflichtungen. Gerade deshalb plädiert sie für einen bewussteren Umgang mit dieser Zeit. Nicht alles müsse perfekt sein, nicht jede Tradition sklavisch eingehalten werden. Viel wichtiger sei es, authentisch zu bleiben und auf die eigenen Bedürfnisse zu hören.

Diese Haltung wirkt fast wie ein Gegenentwurf zur oft überladenen Weihnachtsinszenierung. Baumgartner setzt nicht auf große Gesten, sondern auf innere Klarheit. Der Advent sei eine Einladung, sich zu fragen, was wirklich zählt: Nähe, Gesundheit, Dankbarkeit. Themen, die auch in Der Bergdoktor immer wieder aufgegriffen werden und der Serie ihre emotionale Tiefe verleihen.

Gerade Fans der Serie schätzen Monika Baumgartner für ihre Glaubwürdigkeit. Sie wirkt nie künstlich, nie distanziert. Auch im Interview bleibt sie dieser Linie treu. Sie spricht nicht von Prominenz, sondern von Menschlichkeit. Vom einfachen Glück, Zeit mit vertrauten Menschen zu verbringen. Vom Wert des Erinnerns, aber auch vom Mut, neue Rituale zuzulassen, wenn sich das Leben verändert.

Der Advent, so wird deutlich, ist für sie keine Flucht aus dem Alltag, sondern eine bewusste Auseinandersetzung mit ihm. Ein Innehalten, das Kraft gibt – für kommende Herausforderungen, beruflich wie privat. Diese Sichtweise passt zu einer Schauspielerin, die über Jahrzehnte hinweg präsent geblieben ist, ohne sich dem schnellen Wandel zu unterwerfen. Beständigkeit statt Lautstärke, Tiefe statt Oberfläche.

Am Ende entsteht das Bild einer Frau, die den Zauber des öffentlichen Raums genießen kann, ohne sich darin zu verlieren. Der Marienplatz mag leuchten, doch die eigentliche Wärme findet für Monika Baumgartner im Privaten statt. In vertrauten Gesprächen, in gelebten Ritualen und in der bewussten Entscheidung, der Adventszeit ihren ursprünglichen Sinn zu bewahren.

Für die Zuschauer von Der Bergdoktor fügt dieses Interview ein weiteres Mosaiksteinchen hinzu. Es zeigt, warum Monika Baumgartner als Lisbeth Gruber so glaubhaft ist: weil sie das lebt, was sie verkörpert. Bodenständigkeit, Herz und eine tiefe Verbundenheit mit Familie und Tradition. Gerade in einer Zeit, die oft von Hektik geprägt ist, wirken ihre Worte wie eine ruhige Erinnerung daran, dass Besinnlichkeit kein Luxus ist – sondern eine Notwendigkeit.