Rolf Becker gestorben: Vater von Ben und Meret Becker ist tot

Rolf Becker (Schauspieler) in der Talk-Show Anne Will am 26.06.2011 in Berlin
Rolf Becker starb im Alter von 90 Jahren in Hamburg. Millionen Zuschauer kannten ihn als Otto aus „In aller Freundschaft“. Foto: IMAGO / Müller-Stauffenberg

Der Schauspieler Rolf Becker ist tot. Der langjährige „In aller Freundschaft“-Darsteller starb am Freitag im Alter von 90 Jahren im Kreise seiner Familie in Hamburg. Das bestätigte St.-Pauli-Pastor Sieghard Wilm. Zuvor hatte der Norddeutsche Rundfunk über den Tod des Schauspielers berichtet. Angaben zur Todesursache von Rolf Becker wurden zunächst nicht gemacht.

Becker galt über Jahrzehnte als feste Größe auf deutschen Theater- und Fernsehbühnen. Besonders Millionen Serienfans verbanden ihn mit der ARD-Erfolgsserie „In aller Freundschaft“, in der er seit 2006 als Cafeteria-Betreiber Otto zu sehen war.

Fan-Liebling in „In aller Freundschaft“

 

Mit seiner ruhigen, warmherzigen Ausstrahlung entwickelte sich Rolf Becker in der Krankenhausserie schnell zu einem der beliebtesten Nebencharaktere. Seine Figur Otto wurde für viele Zuschauer zum emotionalen Ruhepol der Serie. Ein besonderer Moment folgte im Jahr 2022, als Becker gemeinsam mit seinem Sohn Ben Becker vor der Kamera stand.

Vater von Ben Becker und Meret Becker

 

Rolf Becker war der Vater der Schauspieler Ben Becker und Meret Becker. Meret Becker prägte über Jahre hinweg als Berliner „Tatort“-Kommissarin Nina Rubin den Sonntagabend im Ersten. Nach der Trennung von Beckers erster Ehefrau Monika Hansen, die im Juni dieses Jahres verstarb, wuchsen Ben und Meret bei ihrer Mutter und deren späterem Lebensgefährten Otto Sander auf.

Rolf Becker und sein Sohn Ben Becker bei einem gemeinsamen Auftritt. Becker starb mit 90 Jahren.
Rolf Becker mit seinem Sohn Ben Becker bei einer Premiere in Berlin. Der Schauspieler starb im Alter von 90 Jahren in Hamburg. Foto: IMAGO / Future Image

In Interviews sprach Rolf Becker offen über diese familiäre Konstellation und darüber, wie sehr sie auch seine eigene Laufbahn beeinflusst habe.

Von Leipzig nach Hamburg: Ein Leben für die Bühne

 

Geboren wurde Rolf Becker in Leipzig, aufgewachsen ist er in Norddeutschland. Nach dem Abitur studierte er Schauspiel an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Engagements führten ihn unter anderem nach München, Darmstadt und Ulm, ehe er 1963 ans Theater Bremen wechselte. Dort arbeitete er nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Regisseur.

Hamburg wurde später seine Wahlheimat. Am Deutschen Schauspielhaus und am Thalia Theater war Becker über Jahre hinweg Ensemblemitglied und avancierte zu einem der gefragtesten Theaterschauspieler seiner Generation.

Erfolge in Film, Fernsehen und als Sprecher

 

Neben seiner Theaterarbeit war Rolf Becker auch im Film und Fernsehen präsent. Zu seinen bekanntesten Produktionen zählen die Serie „Trenck“ sowie der Film „Nordsee ist Mordsee“. Darüber hinaus machte er sich als Sprecher einen Namen und lieh zahlreichen Hörbüchern seine markante Stimme. Zwischen 1997 und 2004 verkörperte er zudem den „Jedermann“ in der Hamburger Speicherstadt.

Über seine Wahlheimat Hamburg sagte Becker einmal, er liebe die Menschen, die Sprache und das Spazierengehen an der Elbe. „Kein anderer Ort auf der Welt ist einfach so wunderschön“, erklärte er in einem Interview.

Familie und Privatleben

 

Seit 1980 war Rolf Becker in zweiter Ehe mit der Schauspielerin Sylvia Wempner verheiratet. Gemeinsam haben sie zwei leibliche Söhne, zudem adoptierte Becker einen weiteren Sohn.

Mit Rolf Becker ist ein Schauspieler gestorben, der das deutsche Theater ebenso geprägt hat wie das Fernsehen. Für viele Zuschauer wird er vor allem als Otto aus „In aller Freundschaft“ und als Vater von Ben Becker und Meret Becker in Erinnerung bleiben.