ARD geht bei „In aller Freundschaft“ nächsten Schritt: „Für noch mehr Menschen erlebbar“
Staffel 29 von „In aller Freundschaft“ startet – und bringt eine Premiere, die weit über die Sachsenklinik hinausgeht. Was der MDR jetzt möglich macht.
Leipzig – Es ist eine Premiere, die Maßstäbe setzt: Mit dem Start der 29. Staffel bietet der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) „In aller Freundschaft“ erstmals auch in Deutscher Gebärdensprache (DGS) an. Wie der MDR mitteilt, ist die beliebte Krankenhausserie damit nach „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ die erste fiktionale Serie im deutschen Fernsehen, die vollständig barrierefrei verfügbar ist – mit Untertiteln, Audiodeskription und nun eben auch mit DGS-Fassung. Die neue Staffel startet am 17. März in der ARD-Mediathek, im Ersten läuft sie ab dem 24. März um 21 Uhr.
Seit 1998 begleiten Millionen Zuschauer den Alltag der Ärzte und Pflegekräfte in der Leipziger Sachsenklinik – darunter die unvergesslichen Figuren Dr. Kathrin Globisch, gespielt von Andrea Kathrin Loewig (59), und Dr. Roland Heilmann, verkörpert von Thomas Rühmann (70). Über 1.100 Folgen, drei Spielfilme und wöchentlich rund vier Millionen Fans sprechen für sich. 2028 feiert die Serie ihr mittlerweile sage und schreibe 30-jähriges Jubiläum.

„In aller Freundschaft“ wird zur ersten vollständig barrierefreien fiktionalen Serie im deutschen TV
Der Schritt zur vollständigen Barrierefreiheit ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit. Bereits 2025 stattete der MDR laut der deutschen Medien-Fachzeitschrift DWDL 47.907 Sendeminuten mit Deutscher Gebärdensprache aus – das entspricht knapp 800 Stunden Programm. Allein im Dezember wurden rund 140 Stunden an DGS-Einblendungen produziert. Mit „In aller Freundschaft“ wächst dieses Volumen nun weiter.
Ines Hoge-Lorenz, Leiterin der MDR-Redaktion Barrierefreiheit, erklärt das Selbstverständnis dahinter: „Wir arbeiten stetig daran, unser Angebot an barrierefreien Zugängen auszubauen und so noch mehr Menschen ein inklusives Medienerlebnis zu ermöglichen.“ Auch das letzte Fanfest der Serie im Jahr 2023 in Leipzig war bereits vollständig barrierefrei gestaltet – mit rollstuhlgerechtem Zugang und Gebärdendolmetschern bei Studioführungen.
Franka Bauer, verantwortliche Redakteurin für „In aller Freundschaft“ beim MDR, bringt es auf den Punkt: „Uns ist wichtig, dass sich bei ‚In aller Freundschaft‘ die Wirklichkeit unserer Gesellschaft widerspiegelt. Barrierefreiheit als Kernauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ermöglicht Teilhabe und macht Vielfalt sichtbar. Umso schöner, dass die Serie mit der neuen Fassung in Deutscher Gebärdensprache für noch mehr Menschen erlebbar und leichter zugänglich ist.“ Beim Schwestersender ZDF sorgt indes der nahende Ausstieg einer „Rosenheim-Cops“-Darstellerin für Wehmut. Verwendete Quellen: mdr.de, dwdl.de