„Einfach Elli“ statt „Bergdoktor“: So fühlt sich der neue Donnerstags-Hype im ZDF für den Serienstar an

Klara Deutschmann und Sebastian Griegel in „Einfach Elli“.
In der neuen ZDF-Serie „Einfach Elli“ spielen unter anderem Klara Deutschmann und Sebastian Griegel große Rollen. © Susanne Bernhard/ZDF

„Einfach Elli“ startet im März beim ZDF. Im Interview spricht Schauspieler Sebastian Griegel über die Besonderheiten der neuen Bergserie.

Mittenwald – Die neue ZDF-Serie „Einfach Elli“ läuft am 12. und 19. März um 20.15 Uhr im ZDF. Alternativ lassen sich die ersten beiden Folgen in der ZDF-Mediathek streamen. Schauspieler Sebastian Griegel spricht im Interview mit RUHR24 über seine Rolle Felix, den „Bergdoktor“-Sendeplatz, das Thema ADHS und die Hintergründe der Serie.

Sebastian Griegel im Interview – das ist besonders an der neuen ZDF-Serie

Bald geht es ja schon mit “Einfach Elli” im ZDF los. Bist du denn schon aufgeregt?

Es ist schon cool. Ich kriege jetzt schon die ganze Zeit WhatsApp-Nachrichten von Leuten – die Serie ist ja schon in der Mediathek und viele gucken es tatsächlich schon. Und das ist echt schön von Leuten, von denen man es vielleicht nicht gedacht hätte, plötzlich so einen Screenshot zu kriegen.

Wie würdest du jemandem, der „Einfach Elli“ noch gar nicht kennt, die Serie beschreiben? Was ist das Besondere an der Serie?

 Ich finde, was wirklich besonders ist und was man selten schafft, ist, dass die Serie eine große Zielgruppe anspricht. Das ZDF spricht, möchte man meinen, oft eher ein älteres Publikum an. Ich finde, „Einfach Elli“ schafft es wirklich, junge Menschen abzuholen mit Themen, die superaktuell sind – gerade das ADHS-Thema, was Klara fantastisch umsetzt. Ich habe schon das Feedback bekommen, dass ganz viele junge Menschen das total interessant finden.

Und trotzdem sind natürlich Sachen drin, die allgemein gern gesehen werden: eine wahnsinnig schöne Landschaft – die Deutschen sind sehr stolz auf ihre Berge. Das spricht eine Bandbreite an Publikum an, die ich selten erlebt habe. Das ist einfach was für alle!

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ZDF-Star Sebastian Griegel im Interview – ADHS als Stärke der Hauptfigur

ADHS ist in „Einfach Elli“ kein Stempel, sondern eine Stärke der Hauptfigur. Wie hast du dich diesem Thema genähert – und hat das deinen eigenen Blick auf ADHS verändert?

Ich habe mich nicht ganz so viel damit beschäftigt, weil es nicht meine Rolle ist. Ich habe natürlich mit Klara ein bisschen drüber geredet, und wir haben uns abgesprochen. Aber ich persönlich musste mich deswegen nicht vorbereiten. Ich musste reagieren.

Und das hat schon was mit mir gemacht, weil es mich hinterfragen ließ, wie angemessen bestimmte Reaktionen auf Verhalten sind – bei meiner Figur zum Beispiel. Wie genervt kann ich sein, wenn die Figur Elli was nicht hinbekommt, was mir jetzt wichtig gewesen wäre, oder wenn sie wegrennt? Wo hat man Verständnis und wo ist es auch wichtig, Halt zu bieten? Das sind eher die Themen, mit denen ich mich auseinandergesetzt habe.

Was hat dich an „Einfach Elli“ und an der Rolle Felix sofort gepackt?

Die Serie hat mich gecatcht, weil ich Medizin sehr gerne mag. Ich wollte eigentlich auch immer Arzt werden. Und als ich gesehen habe, man bietet mir einen Rettungssanitäter an, war ich erst mal Feuer und Flamme. Ich habe mich dann umgehört, auch bei vielen Mediziner:innen in meinem Freundeskreis, und alle haben über Sanitäter eigentlich das Gleiche gesagt: dass es verdammt coole Hunde sind.

Dass sie immer wahnsinnig relaxed sind und einen dummen Spruch auf den Lippen haben. Ich glaube, das hat auch viel damit zu tun, dass man einfach viel Scheiße sehen muss. Und irgendwie hat mich das gereizt, dass sie – ganz platt gesagt – ziemlich cool sind. Und Felix hat das ja total. Der ruht die meiste Zeit ziemlich in sich. Ihm ist es total wichtig, emotional nicht einzusteigen, sondern zu sagen: Ich mach meinen Job und den mach ich gut und ich kümmere mich um die Leute. Der ist so ein Pragmatiker.

Und das bin ich selber gar nicht so sehr. Aber das hat mir total gutgetan, das dann zu spielen. Es hat mich teilweise total beruhigt. Auch an super stressigen Drehtagen habe ich einfach irgendwie in mir geruht, weil ich dachte: Hey, ich bin vorbereitet. Felix wäre total überzeugtdavon, dass er das schon richtig macht. Das übernehme ich jetzt.

Du hast jetzt schon gesagt, was euch unterscheidet – gibt es auch Parallelen zwischen dir und der Figur?

Das Schöne am Felix ist, glaub ich, dass er durchaus sehr sensibel ist, aber es ziemlich überdeckt. Ich persönlich überdecke es nicht so sehr wie Felix, aber ich glaube, dass wir beide Sensibelchen sind – das ist vielleicht eine Parallele. Und ich halte ihn für sehr aufmerksam. Das würde ich sagen, bin ich auch. Er kriegt schon viel mit.

ZDF-Star Sebastian Griegel im Interview – „Felix ist halt so ein Kümmerer“

Felix wirkt tough, ist aber – wie du im ZDF-Interview sagst – ein Softie. War es eine Herausforderung, diese Mischung zu spielen?

Ja, total. Darüber habe ich mich auch mit Gunnar Fuß, dem Regisseur, viel unterhalten, weil ich ihn schon gerne auch manchmal sehr hart gezeichnet hätte, teilweise sogar noch härter. Dieses Ausbalancieren – zu sagen, wo ist er wirklich rough und knallt einfach was raus und wo lässt man dann doch auch eine Sanftheit oder eine Weichheit zu – ist auch künstlerisch gesehen schon wirklich ein Aushandlungsprozess. Und da bin ich sehr froh, das nicht immer alleine machen zu müssen, sondern eine gute Regie zu haben, mit der man sich besprechen kann.